E-Ladesäulen für die Flotte
Welche Lösung passt für wen?
Reicht ein Normallader oder muss es ein Schnelllader sein? Die einen sind kostengünstiger, die anderen machen mehr Tempo. Und brauchen Lkw unbedingt Hochleistungssäulen? Wir sagen Ihnen, wann sich welche Ladelösung für Unternehmen lohnt.
Selbstgestecktes Ziel erreicht! 200 öffentliche E-Ladepunkte wollten die Stadtwerke Witten bis Ende 2025 bereitstellen. Das ist pünktlich gelungen. Und weitere Stromtankstellen sollen schon bald folgen. Denn wer sich aktuelle Mobilitätsstatistiken ansieht, stellt fest: Immer mehr Fahrzeuge sind elektrisch unterwegs. Vor allem Unternehmen sind daran interessiert, ihre Flotte mit E-Antrieb auf der Straße rollen zu lassen. Zunehmend rücken dabei auch Nutzfahrzeuge in den Fokus. Und selbst schwere E-Lkw kommen in Fahrt. In China werden sie in diesem Jahr sogar schon die Mehrheit der neu zugelassenen Lkw bilden. Eine Entwicklung, die auch auf Deutschland übergreifen dürfte – zumal der Bund kürzlich die Mautbefreiung für E-Lkw bis 2031 verlängert hat.
Alltag bestimmt Ladesäulentyp
Rasch stellt sich da in Betrieben die Frage nach der passenden Ladelösung. Reicht eine normale AC-Ladesäule aus, oder sollte es lieber ein DC-Schnelllader sein? Der ist zwar schneller und leistungsfähiger, aber technisch aufwändiger und teurer.
„Welche Ladeinfrastruktur sinnvoll ist, hängt immer von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab“, erklärt Sören Braun, Gruppenleiter Elektromobilität der Stadtwerke Witten. „Fahrzeugtyp, Lade- und Standzeiten sowie die zurückgelegten Strecken spielen dabei eine entscheidende Rolle.“ Nicht immer ist eine Schnellladeinfrastruktur zwingend erforderlich – in vielen Fällen reicht eine Lösung aus, die auf die tatsächlichen Anforderungen des Fuhrparks zugeschnitten ist.
So reichen für Mitarbeiterfahrzeuge in der Regel AC-Ladesäulen aus. Hier können die Autos während der Arbeitszeit tagsüber aufladen. Bei Pkw für den Außendienst und selbst bei Nutzfahrzeugen reicht langsames Laden ebenfalls oft aus: Bleiben sie nachts im Depot, können sie per AC-Laden mit bis zu 22 Kilowatt (kW) ihre Akkus über Nacht vollständig füllen. Ohne Zeitdruck und zu überschaubaren Kosten. Ein Lastmanagement hilft dabei, teure Leistungsspitzen zu vermeiden.
Anders sieht es aus, wenn Fahrzeuge tagsüber mehrfach im Einsatz sind oder zwischen zwei Touren nur kurze Standzeiten haben. „Dann kann es sinnvoll sein, einen DC-Lader dazuzunehmen, um schnell genug Energie bereitzustellen“, sagt Braun.
Gute Planung spart Kosten
Vor der Installation von Ladeinfrastruktur sollten Sie deshalb einige Fragen klären:
- Welche Fahrzeugtypen sollen aufgeladen werden?
- Wie oft sind die Fahrzeuge unterwegs und welche Strecken legen sie zurück?
- Sollen in den nächsten Jahren weitere E-Fahrzeuge hinzukommen?
„Ist das alles bedacht, lässt sich Ladeinfrastruktur wirtschaftlich und zukunftsfähig planen“, so Braun.
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen empfiehlt der Fachmann, die Ladeinfrastruktur wirklich nur am tatsächlichen Bedarf auszurichten: „AC-Ladelösungen sind in vielen Fällen ausreichend, während DC-Ladestationen gezielt dort eingesetzt werden sollten, wo sie unbedingt benötigt werden.“ So lassen sich die Kosten optimal steuern. Zudem sollen Fördermittel des Landes NRW oder des Bundes in diesem Jahr wieder zur Verfügung stehen und die Investitionen in Ladeinfrastruktur unterstützen. Durch THG-Erlöse und demnächst auch bidirektionelles Laden entstehen zusätzliche Einnahmequellen.
Wenn auch Sie auf Elektromobilität setzen möchten, unterstützt das Team der Stadtwerke Witten Sie gerne. Gemeinsam mit Ihnen analysiert es Ihren Bedarf – und plant passende Ladelösungen, die sich lohnen.
Ihr Ansprechpartner:
Sören Braun
Tel.: 02302 9173-600
elektromobilitaet@stadtwerke-witten.de
Fazit
- Nicht die maximale Ladeleistung, sondern der tägliche Fahrzeugumlauf bestimmt, ob AC- oder DC-Laden sinnvoll ist.
- Für Mitarbeiterfahrzeuge sowie für viele Außendienst- und Nutzfahrzeuge mit längeren Standzeiten reicht kostengünstiges AC-Laden meist völlig aus.
- Schnelllader lohnen sich vor allem bei kurzen Standzeiten oder mehreren Einsätzen pro Tag.
- Eine bedarfsgerechte Kombination aus AC- und DC-Säulen plus Fördergelder machen Ladeinfrastruktur wirtschaftlich und zukunftssicher.
- Durch THG-Erlöse und perspektivisch bidirektionelles Laden entstehen zusätzliche Einnahmequellen.

Urheber: Volker Wiciok


