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„Wir in Witten reden miteinander. Für uns zählt die Gemeinschaft. Das Geheimnis dabei ist, dass wir einander zuhören und gemeinsam Lösungen gestalten. Nur wer einander zuhört, kann gut verstehen. Vanessa Bösader, Kundenbetreuerin Wohnungswirtschaft
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Die Energiewelt der Zukunft

Ein Großteil unserer Energie kommt von Windfarmen in der Nordsee, das Flugtaxi bringt uns ins Büro, und in den Urlaub geht’s mit 1.000 km/h per „Rohrpost“ – futuristische Spinnerei oder schon bald Realität? Lassen Sie uns einen Blick in die Energiewelt des Jahres 2030 werfen!

04.10.2021

Flugtaxi (Foto: Volocopter)

Per Smartphone-App anfordern und staufrei zum Ziel fliegen: Schon in wenigen Jahren sollen Flugtaxis des deutschen Herstellers Volocopter Passagiere an Bord nehmen.

Geht es nach Christian Bauer, können wir künftig auch zur Arbeit fliegen, wenn wir möchten. Bauer ist Leiter Geschäftsentwicklung beim Start-up Volocopter im badischen Bruchsal. Dort arbeitet man mit Hochdruck an einem Verkehrsmittel der Zukunft: elektrisch betriebenen Flugtaxis. In nicht allzu ferner Zukunft, so Bauer, sollen innerstädtische Flüge mit dem Volocopter so alltäglich sein wie eine Busfahrt.

Spinnen wir diesen Blick in die Zukunft ein wenig weiter: Wer dann nach wie vor mit dem Auto pendelt, wird es elektrisch tun. Wenn er abends wieder in die Garage rollt, steht dort der Laderoboter mit dem Stecker bereit. Der Strom kommt aus einem Batteriespeicher im Keller, den die Photovoltaikanlage auf dem Dach tagsüber prall gefüllt hat. Und große Industriebetriebe beziehen die Power für ihre Produktionsanlagen aus klimaneutralem Wasserstoff, hergestellt mithilfe von Windstrom von der Nordsee. 

Nicht jede dieser Zukunftsvisionen wird schon in naher Zukunft Realität werden. Aber die Art und Weise, wie wir Energie erzeugen und verbrauchen, wird sich bereits in den nächsten Jahren maßgeblich verändern. Zahlreiche Technologien und Konzepten sind hierfür auf den Weg gebracht. Und das ist gut so, denn sie werden dringend gebraucht, wenn das Ziel, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen, zumindest annähernd erreicht werden soll. 

Um nicht in wilde Spekulationen zu verfallen, werfen wir einen Blick in das nächste Jahrzehnt. Wie sieht die Welt der Energie im Jahr 2030 aus? Wie erzeugen, transportieren und nutzen wir sie? Und wie bewegen wir uns fort? Pilotprojekte und Studien zeichnen davon heute schon ein recht genaues – und spannendes – Bild. 

Laderoboter mit E-Autos in einer Garage (Foto: Volkswagen)

In der Garage empfängt ein Laderoboter in Zukunft Elektromobilisten – so zumindest die Vision in einer Konzeptstudie von VW.

Jeder vierte Neuwagen fährt elektrisch

Volocopter-Manager Christian Bauer ist sich sicher: „Im Jahr 2030 wird sich unser Weg zur Arbeit dramatisch verändert haben.“ Und das liegt nicht nur an Flugtaxis, die dann möglichweise über unseren Köpfen surren. Auch auf unseren Straßen sind gleich mehrere technologische Revolutionen im Gange.

Dass die Mobilität in Zukunft immer autonomer wird, lassen Einparkassistenten und Co. schon heute erahnen. Die USA und China haben bereits gesetzliche Rahmen für das autonome Fahren geschaffen – 2030 könnte also der lesende oder sogar schlafende Autofahrer dort ganz legale Realität sein. 

Beim Thema Umweltschutz dagegen herrschte im Verkehrssektor lange Zeit nahezu Stillstand, trotz technischen Fortschritts: 2020 stießen Pkw in Deutschland durchschnittlich so viel klimaschädliches CO2 aus wie in den 1990er-Jahren. Der Grund: Die Antriebstechnik wurde zwar immer effizienter, die Fahrzeuge aber auch immer schwerer und leistungsstärker.

Wie gut, dass das Elektroauto – lange Zeit als Exot auf unseren Straßen unterwegs – aktuell den Durchbruch schafft: Kaufanreize, Ladesäulen vor dem Supermarkt und die praktische Ladebox für den Heimgebrauch machen den umweltschonenden Antrieb rundum alltagstauglich. Deutlich größere Reichweiten sorgen zudem ebenso für wachsende Beliebtheit wie die neue Modellvielfalt: Vom Kleinstmotorwagen bis zum SUV reicht die Palette der Hersteller, die ihre Vorbehalte gegen den Elektroantrieb endgültig über Bord geworfen haben. 

Elektromobilität wächst stärker als erwartet

Bei den Neuzulassungen zeigt sich der Erfolg deutlich: Laut Verband der Automobilindustrie hatten in Deutschland 27,6 Prozent der im August zugelassenen Autos einen Hybrid- oder einen reinen Elektroantrieb. Zudem steigt der Anteil der reinen Stromer seit einiger Zeit deutlich stärker als der von Plug-in-Hybriden. Aktuellen Berechnungen zufolge, die die Bundesregierung in Auftrag gegeben hat, könnte der Elektroauto-Anteil in den nächsten Jahren sogar deutlich stärker steigen als bislang prognostiziert: Statt zehn Millionen dürften 2030 laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eher stolze 14 Millionen Batterieautos zugelassen sein.

Doch nicht nur Elektroautos sieht man in letzter Zeit immer häufiger – in keinem Bundesland fahren übrigens aktuell mehr als in NRW –, auch die Zahl der öffentlichen Ladepunkte steigt rasant an. Schon deutlich mehr als 50.000 waren es Mitte 2021 deutschlandweit, und es werden täglich mehr. Im Mittleren Ruhrgebiet helfen auch die Stadtwerke Bochum, Herne und Witten tatkräftig mit, das Ladenetz immer enger zu weben. Und das nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch auf Firmengeländen und in Mehrfamilienhäusern. 

Die zunehmende Elektrifizierung der Mobilität braucht große Mengen Strom. Damit dies klimafreundlich geschieht, muss auch die Erzeugung von Ökostrom weiter deutlich zunehmen. Die Windstromkapazitäten der Nordsee bieten für die Energiewende noch viel Luft nach oben. Nach Plänen der Bundesregierung sollen die bisher 15 Gigawatt Nennleistung bis 2030 auf 20 Gigawatt ausgebaut werden. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet investiert rund 20 Milliarden Euro in den Ausbau der Stromnetze und in ein riesiges Windenergie-Verteilkreuz mit der Kapazität von zwölf Großkraftwerken. Das soll Deutschland, die Niederlande und Dänemark ab 2035 mit Ökostrom aus dem „Powerhouse Europas“ versorgen. 

Wasserstoff-Produktion bei einer Offshore-Windanlage (Foto: audio und werbung/Shutterstock)

Überschüssiger Windstrom von Offshore-Anlagen könnte in Zukunft der Produktion von grünem Wasserstoff dienen.

Wasserstoff wird zum Windstrom-Speicher 

Damit die Stromnetze nicht der einzige Transportweg für die grüne Energie sind, bringen Unternehmen und Wissenschaft das Thema Wasserstoff mit großen Schritten voran. Beim sogenannten Power-to-X-Verfahren wird mit überschüssiger Windenergie synthetischer Wasserstoff erzeugt, der sich viel besser speichern lässt als Strom. Wird der beispielsweise als Kraftstoff für Brennstoffzellenbusse und -Lkw genutzt, stoßen diese statt schädlichen Abgasen nur Wasserdampf aus. Das macht das Verfahren zu einer weiteren Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Der saubere Energieträger kann außerdem dem Erdgas beigemischt und so über bereits bestehende Leitungen transportiert werden. Zusammen mit weiteren, heute bereits verfügbaren klimafreundlichen Alternativen – im Mittleren Ruhrgebiet zum Beispiel Fernwärme aus dem Grubengas-BHKW oder Wärme aus Grundwasser und Abwasser – würde das auch der Wärmewende enormen Schub verleihen. 

Während rund um die Welt Ingenieure mit Hochdruck an Technologien für die Produktion von grünem Wasserstoff im großen Stil arbeiten, hat sich Volocopter eines weiteren Themas angenommen: Neben den Flugtaxis entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit DB Schenker jetzt auch Frachtdrohnen, die bis zu vier Zentner schwere Güter bis zu 40 km weit transportieren sollen – natürlich ebenfalls mit elektrischem Antrieb. So werden vielleicht im Jahr 2010 nicht nur Menschen, sondern auch Waren nicht auf überfüllten Straßen, sondern durch die Luft befördert. Volocopter-Manager Christian Bauer will damit der Transportlogistik „den Weg für eine neue Dimension“ ebnen.

Ruhrgebiet – Paris in einer halben Stunde

Eine ganz neue Dimension des Personentransports will auch Richard Branson Realität werden lassen. Schon seit Jahren lässt der US-Milliardär den „Hyperloop“ entwickeln, eine Art Rohrpost für Passagiere. Hunderte Testfahrten in der Vakuum-Röhre hat das Gefährt bereits hinter sich – 2030 soll der kommerzielle Betrieb starten. Mit nahezu Schallgeschwindigkeit könnten Passagiere dann etwa in einer halben Stunde aus dem Ruhrgebiet nach Paris reisen.

So rasant geht es heute noch nicht zur Sache. Aber wir müssen auch nicht bis zum Jahr 2030 warten, um zukunftstaugliche Mobilität zu erleben: Die Fahrt nach Paris schaffen wir zwar aktuell nicht mit 1.000 km/h, aber mit manchem Elektroauto mittlerweile ohne Ladestopp. Die Zukunft hat bereits begonnen!

Hyperloop (Foto: Hyperloop)

Mit bis zu 1.000 km/h durch die Vakuumröhre reisen: Milliardär Richard Branson will seinen Hyperloop bis 2030 marktreif machen.


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